Wichtige VPN-Routing-Lösungen für Windows
Verbessere Sicherheit und Geschwindigkeit: Wähle Split Tunnel, um Bandbreite zu sparen, oder Force Tunnel für vollständige Verschlüsselung; Einstellungen in CSP und Intune.
Das Routing über VPN ist ein entscheidender Aspekt bei der Einrichtung und Verwaltung der Netzwerksicherheit unter Windows. Wie Daten geroutet werden – vollständig (Force Tunnel) oder teilweise (Split Tunnel) – beeinflusst maßgeblich die Sicherheit und Leistung deines Netzwerks.
Die wichtigsten VPN-Routing-Typen und ihre Besonderheiten
Die Hauptaufgabe des VPN-Routings in Windows besteht darin, festzulegen, welche Daten über das VPN geleitet werden und welche direkt über die normalen Netzwerk-Interfaces laufen. Diese Aufgabe wird durch die Konfiguration der jeweiligen Methode umgesetzt.
Split Tunnel ist eine Routing-Methode, bei der nur ein Teil des Datenverkehrs über das VPN läuft, während der übrige direkt ins Internet geht. Dieser Ansatz spart Bandbreite und verbessert die Datenübertragungsgeschwindigkeit, weil nicht alles den Umweg über den entfernten VPN-Server nimmt. Allerdings kann er die Sicherheit verringern, da ein Teil der Daten unverschlüsselt übertragen wird. Split Tunnel lässt sich über die VPN v2/Route List-Einstellungen im Configuration Service Provider (CSP) aktivieren.
Wichtige Parameter für Split Tunnel:
- Adresse: Gibt die zu routende Adresse an.
- Präfixgröße: Definiert die Netzgröße.
- Ausschlussrouten: Datenverkehr, der nicht über das physische Interface laufen soll.
Force Tunnel hingegen ist eine Methode, bei der der gesamte Datenverkehr über das VPN geleitet wird, selbst wenn nur der Zugriff auf bestimmte Ressourcen erforderlich ist. Dieser Ansatz bietet ein höheres Sicherheitsniveau, da alle Daten verschlüsselt und über eine geschützte Verbindung übertragen werden. Nachteilig kann sich dies in einer geringeren Übertragungsgeschwindigkeit und höherer Belastung des VPN-Servers äußern. Force Tunnel ist die Standardkonfiguration, wenn keine Routen definiert sind.
Routing-Konfiguration: Welche Variante ist die richtige?
Zur VPN-Profilkonfiguration in Microsoft Intune kann entweder Split Tunnel mit spezifischen Routen oder Force Tunnel gewählt werden, sodass der gesamte Verkehr durchs VPN läuft. Damit können Administratoren und Anwender je nach Sicherheits- und Leistungsanforderungen die passende Lösung auswählen.
Die VPN v2/Route List-Einstellungen im Configuration Service Provider (CSP) ermöglichen eine zentrale Verwaltung der VPN-Routen auf Dienstanbieterebene. So kann man Routen für verschiedene Clients individuell festlegen und steuern.
Um Force Tunnel im CSP einzurichten, aktivierst du die Option Force Tunneling in den VPN v2/Route List Einstellungen. So wird der gesamte Datenverkehr zwingend über die VPN-Verbindung geleitet, selbst wenn lokale Netzwerkzugriffe möglich sind. Das garantiert ein hohes Sicherheitsniveau, da sämtliche Daten verschlüsselt und vor unbefugtem Zugriff geschützt sind.
Darüber hinaus ermöglicht das Force Tunnel-Setup einen einheitlichen Zugriff auf Netzwerkressourcen für alle Clients, was die Verwaltung vereinfacht und die Effizienz erhöht. Besonders für Unternehmen mit strengem Zugriffskontrollbedarf und Schutz sensibler Daten ist dies sehr sinnvoll.
Die Wahl zwischen Split Tunnel und Force Tunnel hängt von den spezifischen Anforderungen und Zielen der Organisation ab. Ist dir Geschwindigkeit und Bandbreitenersparnis wichtig, ist Split Tunnel die bessere Wahl. Priorisierst du hingegen Sicherheit, empfiehlt sich Force Tunnel.
Beachte außerdem, dass manche VPN-Anbieter weitere Routing-Typen wie Policy-based oder Route-based anbieten. Diese sind oft flexibler und anpassbarer, erfordern aber eine komplexere Konfiguration.
Letztlich entscheidet der konkrete Bedarf, die Ziele der Organisation und die Features des VPN-Anbieters über die passende Routing-Art. Dabei sollte Sicherheit und Datenübertragungseffizienz immer an erster Stelle stehen.
Eigener VPN-Server: Verstärkter Schutz
Für das Routing mit einem eigenen VPN-Server kannst du dich an folgendem Ablauf orientieren:
- Eigenen VPN-Server kaufen. Zuerst besorgst du dir einen eigenen VPN-Server bei VPN.how. Das kann entweder ein physischer Server oder eine virtuelle Maschine mit installiertem VPN-Server sein, zum Beispiel mit OpenVPN oder WireGuard.
- VPN-Client-Software installieren. Auf deinem Windows-Rechner installierst du die passende Client-Software für die Verbindung zum eigenen VPN-Server. Für OpenVPN gibt es beispielsweise den offiziellen OpenVPN-Client.
- VPN-Verbindung konfigurieren. Bei OpenVPN wird dafür die .ovpn-Datei verwendet, die die wichtigen Verbindungsdetails enthält (Server-IP, Port, Protokolltyp, aktuelle Zertifikate usw.).
- Routing konfigurieren. Nach Installation der Client-Software öffnest du die Systemsteuerung – Netzwerk und Internet – Netzwerk- und Freigabecenter. Wähle links „Adaptereinstellungen ändern“. Suche deine VPN-Verbindung (z.B. OpenVPN) und öffne per Rechtsklick die Eigenschaften. Dort findest du „Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4)“ und öffnest die Eigenschaften. Aktiviere „Erweiterte Einstellungen“, setze das Häkchen bei „Standardgateway im Remote-Netzwerk verwenden“ und bestätige alle Fenster mit OK.
- Verbindung testen. Starte die VPN-Client-Software und verbinde dich mit deinem eigenen VPN-Server.
Ab jetzt wird dein gesamter Internetverkehr über deinen persönlichen VPN-Server geleitet, was dir ein erhöhtes Maß an Sicherheit und Privatsphäre im Netz bietet.