Multivektor-Cyberangriffe: Was sie sind und wie man sie bekämpft
Erfahren Sie, wie Multivektor-Angriffe Phishing, Vishing und VPN-Schwachstellen kombinieren; warum Homeoffice die Risiken erhöht; Analyse von Schutzansätzen und Herausforderungen.
Die Nutzung mehrerer Angriffswege erhöht die Erfolgschancen einer Cyberattacke. Wenn ein Angriff verschiedene Einstiegspunkte ins Netzwerk nutzt – etwa E-Mail-Phishing, Voice-Phishing und die Ausnutzung von VPN-Schwachstellen – reicht es, wenn mindestens eine dieser Methoden greift, damit der gesamte Angriffsplan als erfolgreich gilt. Phishing ist dabei oft Teil solcher multifaktoriellen Attacken, da es meist auf menschlichen Fehlern und nicht auf Software-Schwachstellen basiert und somit schwer zu verhindern ist.
Leider steigen mit dem Zuwachs an Remote-Arbeit diese Risiken weiter. Der häufige Einsatz privater Geräte und unsicherer WLAN-Netzwerke schwächt die schützenden Netzwerkgrenzen. Mehr Nutzerkonten und Geräte mit geringerem Vertrauen, die über das Internet auf sensible Daten zugreifen, erhöhen die Zahl der Schwachstellen und erschweren Kontrolle und Übersicht für Cybersecurity-Systeme.
Gegenmaßnahmen bei multifaktoriellen Angriffen: Effektive Wege und Herausforderungen
Aktuelle Beispiele zeigen, dass Angreifer oft verschiedene Attack-Methoden in einer Kampagne kombinieren. So setzte 2022 die Gruppe namens 0ktapus auf eine Mischung aus SMS-Phishing und verdeckter Malware-Installation, um mehr als 160 Organisationen zu kompromittieren – viele davon in unterschiedlichem Ausmaß. Doch eine unabhängige Analyse ergab, dass die Täter überraschend unerfahren waren – ein deutlicher Gegensatz zur erwarteten Raffinesse solcher multifaktoriellen Angriffsszenarien.
Ebenso nutzten kürzliche Angriffe mit der Royal-Ransomware eine Kombination aus Phishing, Kompromittierung des Remote-Desktop-Protokolls und Malware-Downloads für Attacken auf kritische Infrastrukturen. Und die allseits bekannte Log4j-Sicherheitslücke erlaubte es Tätern, Lieferkettenangriffe mit weiteren Methoden zu verbinden.
Netzwerksicherheitslücken: Angriffspfade
Multifaktor-Angriffe auf Firmennetzwerke sind aus vielen Gründen schwer zu stoppen:
- Die ständige Fokussierung auf Sicherheitsrichtlinien am Netzwerkperimeter erleichtert Angreifern den Zugriff über einen einzelnen Vektor.
- Personal- und Ressourcenmangel erschweren es, genügend Sicherheitspersonal einzustellen und begrenzen das Budget für externe Dienstleister.
- Traditionelle Schutzmechanismen stoßen angesichts des Anstiegs von Hybridarbeit und Cloud-Speicherung an ihre Grenzen.
- Fehlende ausreichende Firewalls und Gateways zum Schutz des Netzwerks bei Angriffen auf Endgeräte und Cloud-Deployments.
- Komplexe und fragmentierte Sicherheitsstacks bergen versteckte Schwachstellen, die selbst Experten oft nicht erkennen.
- Keine automatische Benachrichtigung anderer Sicherheitslösungen bei entdeckter Malware-Aktivität. Das bedeutet, wenn ein Tool verdächtige Aktivitäten erkennt, kann es nicht automatisch andere Lösungen informieren. So entstehen viele einzelne Warnungen, die das Sicherheitsteam überfordern.
Konzepte wirkungsvoller Abwehr gegen multifaktorielle Angriffe
Historisch setzten Organisationen auf einzelne Produkte für jeden Angriffspfad. Diese Strategie erweist sich jedoch bei modernen multifaktoriellen Angriffen als unwirksam. Stattdessen ist ein integrierter Sicherheitsansatz erforderlich, der:
- Cloudbasiert und verteilt ist und den gesamten Datenverkehr über eine zentrale Schutzplattform leitet – unabhängig von Herkunft, Ziel oder verwendetem Protokoll. Man kann nicht mehr darauf vertrauen, dass Firmenressourcen und Daten nur über kontrollierte Verbindungen zugänglich sind.
- Eng mit Zugriffsmechanismen wie Authentifizierung, Autorisierung und Audit verknüpft ist. So lässt sich seitliches Bewegen von Angreifern mit zu weiten Zugriffsrechten verhindern. Wichtig ist die Prüfung von Nutzeridentität und Kontext, zum Beispiel dürfen weder eine Benutzerrolle noch ein Gerät automatisch vertraut werden.
- Phishing und Social Engineering standhält. Da viele Angriffe mit Phishing-Mails starten, ist Schutz gegen zielgerichtete Kampagnen über verschiedene Kanäle (E-Mail, Web, Social Media, Instant Messaging, SMS) unverzichtbar.
- Dem Endnutzer Komfort bietet. Angesichts unvermeidbarer Bedrohungen durch Browser ist eine Lösung zur Remote-Isolierung wichtig, die unbekannten und unsicheren Webinhalte blockiert, ohne die Nutzerfreundlichkeit zu beeinträchtigen.
- Kosteneffizient ist. Für Organisationen mit begrenzten Ressourcen gilt es, Bedrohungen durch optimierte Sicherheit und weniger Anbieter effektiv zu begegnen und eine Plattformstrategie zu priorisieren.
Einzelprodukte und Hardware können diese Prinzipien heute nicht mehr umsetzen. Unternehmen brauchen umfassenden Schutz vor allen Angriffsvektoren – innerhalb und außerhalb des Netzwerks.
Persönlicher VPN-Server: Effektiver Netzwerkverteidiger bei multifaktoriellen Cyberangriffen
Ein persönlicher VPN-Server, als Teil des Firmennetzwerks, kann lokal effektiv die Wirkung multifaktorieller Cyberangriffe minimieren – durch Verschlüsselung des Datenverkehrs, Verschleierung der IP-Adresse, sicheres Verbinden mit öffentlichen WLANs, Umgehung von Geo-Blockaden und Sicherstellung eines konstant hohen Sicherheitsniveaus.
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